  |
|
THERAPEUTISCHES REITEN
Gemeinsam mit dem Pferd in Bewegung kommen.
Die
therapeutische Arbeit mit Pferden wird bei entsprechender
Indikation und bei Einverständnis der Patientin als spezielle
Therapieform miteinbezogen. Die Arbeit mit dem Pferd findet in
einem Reitstall in Röllinghausen statt.
Es stellt sich die Frage, warum das Pferd in der
Psychotherapie überhaupt einsetzbar ist. Es ist ein Gruppentier
einer hierarchisch strukturierten Gruppe und orientiert sein
Verhalten an der Einstufung in einen bestimmten Rang. Vom
ranghöheren Tier, insbesondere vom Leittier erfährt es Schutz
und Geborgenheit. Leittier wird nicht einfach das stärkste Tier,
sondern das, welches möglichst viele für das Überleben in der
Gruppe wichtige Eigenschaften in sich vereint. D.h. das
Gruppentier weiß sich vom dominierenden Gegenüber geschützt. Bei
artgerechter Haltung und Umgang in Form von sachorientierter
Partnerschaft akzeptiert das Pferd den Menschen und lernt in
seiner Ausbildung, sich dem Leittier, in diesem Fall der
Therapeutin, unterzuordnen.
Pferde haben einen hohen Aufforderungscharakter,
der häufig spontanes Interesse, Anregung und Motivation bewirkt.
Diese besondere Anziehungskraft wird in Verbindung gebracht mit
der biologischen und kulturhistorischen Nähe zwischen Mensch und
Pferd und den entsprechenden Ähnlichkeiten in der sozialen
Interaktionsform.
Pferde sind normalerweise bereit, den Menschen
mit all seinen Schwächen und Stärken anzunehmen, jeder wird in
seinem „Jetzt-so-sein" akzeptiert. Das Pferd hat keinen
Anspruch darauf, dass sich jemand verändert, es verfolgt keine
Ziele. Für Patientinnen ist die Kontaktaufnahme auf Grund der
hohen Akzeptanz seitens des Pferdes leicht. Körperkontakt kann
zugelassen werden ohne Angst vor Grenzüberschreitung, es kann
zwar eine, im psychoanalytischen Sinn gesehene Übertragung, aber
keine Gegenübertragung stattfinden.
Das beim therapeutischen
Reiten als Medium verwendete Pferd Matthis ist ein
2000 geborener, brauner Wallach, der sich noch am Beginn seiner
Ausbildung befindet. Er ist ein neugieriges Pferd, dabei sehr
ruhig und sanft im Umgang mit den Patientinnen. Er scheut nur
selten, ist dominant und es bedarf eines stetigen konsequenten
Umganges, um die Ranghöhere zu sein und zu bleiben.
Spezielle Therapieziele in der pferdgestützten
Therapie:
Psychische Stabilisierung, Veränderung emotionaler
Aspekte, Verbesserung der Affektdifferenzierung, Verbesserung der
Angstbewältigungskompetenzen, Aktivitätssteigerung,
Antriebssteigerung, Steigerung der Selbstwirksamkeit, Steigerung
des Selbstvertrauens, Verbesserung der Selbstwahrnehmung,
Verbesserung der Körperakzeptanz, Steigerung der Beweglichkeit,
Verbesserung der Körperwahrnehmung, Lockerung der muskulären
Anspannung.
Weitere Informationen zur Reittherapie finden sie
beim Deutschen Kuratorium für therapeutisches Reiten
(www.dkthr.de).
|
|
|